Autorin: Silvia Cali

Einteilung und Definition industriell hergestellter Futtermittel für Hunde

Empfohlene Richtwerte für Inhaltsstoffe

Feuchte:

Der Feuchtigkeitsgehalt ist keine Pflichtangabe im Hundefutter, sofern er unter 14 Prozent liegt. Dies spielt vor allem eine Rolle, um die angegebenen Werte (wie Rohprotein und Rohfett) überhaupt richtig einschätzen zu können;

hierfür muss der Feuchtigkeitsgehalt herausgerechnet werden. Übrig bleiben die Werte für die Trockenmasse, welche bis zu einem gewissen Grad Vergleiche zwischen den Futtersorten zulassen.

Rohasche:

Es ist die Summe aller Mineralstoff- und Spurenelementverbindungen im Hundefutter.  Um eine ausreichende Mineralienversorgung sicher zu stellen, sollte man sich an den in der Tabelle aufgezeigten Richtwerten halten, um eine Unter- oder Überversorgung zu vermeiden.

Rohprotein:

Alle enthaltenen Proteine pflanzlichen wie auch tierischen Ursprungs.

Rohfett:

Bezeichnet die enthaltenen tierischen wie auch pflanzlichen Fette. Eine Überversorgung mit Protein und Fett wirkt sich negativ auf das Tier aus, es kann zu Durchfällen, Allergien, Haut- und Fellproblemen, Übergewicht und Belastung der inneren Organe führen.

Hunde mit höherer Belastung, durch beispielsweise körperliche/sportliche Aktivitäten, sollten mit einem höheren Fettanteil gefüttert werden.

Rohfaser:

Bezeichnet den Anteil an pflanzlichen, unverdaulichen Nahrungsbestandteilen.  Gehört daher zu der Gruppe der Ballaststoffe,  die die Darmbewegung des Hundes anregen.  Bei einer Minderversorgung kann es zu Verstopfung und Darmträgheit kommen.

Zuviel hingegen sorgt für eine zu schnelle Darmpassage und führ dazu, dass die Nährstoffe nicht in genügender Menge aufgespaltet und aufgenommen werden können.

Deklarationen

Offene Deklaration = Zusammensetzung nach den Einzelkomponenten
Bsp.: Reis, Fleischmehl, Mais, Maiskleber, Calciumcarbonat…

Geschlossene Deklaration = Zusammensetzung nach den Futtermittelgruppen
Bsp.: Getreide, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Gemüse, Mineralstoffe…

Die Zutaten müssen bei beider Arten der Deklaration in absteigender Reihenfolge ihrer Prozentanteile und zwar des tatsächlich eingemischten Produktes aufgeführt werden. Gerade bei der offenen Deklaration sollte man darauf achten, dass die Hersteller verschiedene Formen eines Stoffes getrennt angeben.

Das bedeutet, dass z. B. Fleisch an erster Stelle aufgeführt sein kann, obwohl Getreide in Summe tatsächlich einen viel höheren Anteil einnimmt, beispielsweise unterteilt in gemahlener Mais, Maiskleber, Weizenfuttermehl, Weizen.

Definition der Bezeichnungen in der Zusammensetzung des Hundefutters

Beispiel Rind:

•    Rindfleisch, Rindfleisch:
Muskelfleisch = hochwertig

•    Rind, Rindermehl:
Alles Bestandteile des Rindes = von hochwertig bis minderwertig
hier werden auch Anteile die für den menschlichen Verzehr nicht geeignet sind verarbeitet (Bsp. Hufe, Ohren, Knorpel, Blut, Euter, etc.), davon können durchaus für den Hund wertvolle Nährstoffe dabei sein, als auch Abfallprodukte.

•    Tiermehl, Fleischmehl, Fleisch etc.:
Schlachtabfälle verschiedener Tiere = meist minderwertig

•    tierische Nebenprodukte:
alle Möglichen Abfallprodukte der Lebensmittelindustrie = minderwertig

•    Zucker ungeeignet

•    Bäckereierzeugnisse:
alle Erzeugnisse aus der Herstellung von Backwaren, z.B. Brot, Kuchen, Kekse und Teigwaren = ungeeignet

•    Milch und Molkereierzeugnisse:
alle Milcherzeugnisse, frisch oder haltbar gemacht, sowie die Nebenerzeugnisse aus der Verarbeitung von Milch und Käse (z.B. Molkepulver) = von hochwertig bis minderwertig

•    Pflanzliche Nebenerzeugnisse:
Nebenprodukte, die bei der Aufbereitung von Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchten etc. anfallen. Dies kann alles sein von Weizenkleie bis hin zu Grannen und Erdnussschalen = minderwertig

•    Getreide:
alle Möglichen Getreidesorten = minderwertig
Vorzuziehen sind Getreidesorten wie Amaranth, Hirse, Reis und Quinoa (Getreide gehört nicht in der ursprünglichen Nahrung vom Hund)

Genauere Beschreibungen der o.g. Begriffe für die Zusammensetzung  von Hundefutter kann man in der Verordnung EG Nr. 1069/2009 nachlesen, leider musste ich feststellen, dass o.g. Begriffe nicht genau definiert sind, somit kann sich der Verbraucher bzw. Hundehalter nicht sicher sein, was sich z. B. hinter dem Begriff Rindfleisch wirklich verbirgt.

Nun wissen wir, dass seit einiger Zeit in der EU verboten ist, Tierkadaver oder andere für das Tier schädliche Substanzen in Hundefutter zu verarbeiten. Was aber wenige wissen, ist dass solche Substanzen nicht deklariert werden müssen, wenn diese außerhalb der EU als Rohstoff zur Weiterverarbeitung gekauft werden.

Schließlich kann man auch nicht davon ausgehen, dass ein Futter getreidefrei ist, ohne Zusatz- oder Konservierungsstoffe, da der Hersteller wie schon gesagt evtl. nicht dazu verpflichtet sein muss diese aufzuschlüsseln.

Wie erkenne ich ein gutes Nassfutter?

Ein gutes Nassfutter, sollte sich meiner Meinung nach an die natürliche Nahrung eines Beutefressers orientieren,  welche sich hauptsächlich aus Beutetieren,  aber auch pflanzlichen Zutaten zusammenstellt.

•    45% Muskelfleisch, durchwachsen
•    20% aus Mägen wie Pansen
•    10% Innereien
•    20% Gemüse/Obst
•    5% Mineralien, Pflanzenöle, Fischöle

Wer in der Hundefütterung Getreide bevorzugt sollte auf folgende Zusammensetzung achten:

•    40% Muskelfleisch, durchwachsen
•    15% aus Mägen wie Pansen
•    10% Innereien
•    20% Gemüse/Obst
•    10% Getreide (Amaranth, Quinoa, Reis, Hirse)
•    5% Mineralien, Pflanzenöle, Fischöle


Im Zweifel kann man den Hersteller auch einfach anschreiben und nach den einzelnen Bestandteilen fragen, erhält man keine zufriedenstellende Antwort, dann weiß man immerhin, welches Futter man nicht futtern wird.

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